Key West – dort, wo Amerika plötzlich nach Karibik schmeckt
- nadimagic

- vor 9 Stunden
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Es gibt Orte, die sich anfühlen wie das Paradies. Und Key West ist genau so ein Ort, den man unbedingt gesehen haben muss.

Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis für sich. Über den berühmten Overseas Highway fährst du von Insel zu Insel, links und rechts nichts als dieses endlose Blau. Das Meer funkelt in Türkis, Aquamarin und tiefem Ozeanblau, einfach herrlich schon beim Zuschauen.
Ich bin damals mit einem der Touri-Busse dorthin gereist. Eine Tagestour reicht aus meiner Sicht nicht, daher plant besser eine oder zwei Übernachtungen ein, damit ihr euch alles anschauen könnt. Ich empfehle auch, mit dem Leihwagen dorthin zu fahren, weil ihr dann flexibler seid und zwischendurch an schönen Stellen anhalten könnt. Für die Strecke solltet ihr etwa dreieinhalb bis vier Stunden reine Fahrzeit einplanen.
Wer mit dem Bus fahren möchte, findet hier ein gutes Angebot:
Kosten: $39.00 USD
Der frühe Vogel fängt in diesem Fall Wurm & Bus - es geht um 7 Uhr direkt los und ihr seid den ganzen Tag über unterwegs.
Mitten durch den Golf von Mexiko und dem Atlantischen Ozean
Der Bus ist so stark klimatisiert, dass man beinahe einen Pullover braucht – typisch amerikanisch, denke ich mir, während ich langsam Frostbeulen bekomme. Vorbei geht es an den Wolkenkratzern von Miami, die eindrucksvoll aus dem türkisfarbenen Meer aufragen. Aus der Ferne wirkt die Skyline fast noch surrealer als direkt zwischen den gewaltigen Hochhäusern.
Nach dem hektischen Großstadtgefühl von Miami wird die Straße immer schmaler, das Meer rückt näher und die Atmosphäre spürbar entspannter. Die Route führt über den berühmten Overseas Highway (US 1), der sich rund 270 Kilometer durch die Florida Keys zieht.
Das Panorama: Rechts von dir liegt der Golf von Mexiko, links von dir der Atlantische Ozean. Bei gutem Wetter blickst du auf beiden Seiten auf kilometerweites, glasklares Wasser
Am schönsten ist die Fahrt mit Zwischenstopps. Islamorada und Marathon sind kleine Orte, die auf der Hälfte des Weges liegen. In Islamorada beginnt das typische Lebensgefühl der Florida Keys. Marathon begeistert mit seinen Stränden und der spektakulären Seven Mile Bridge und vermittelt bereits einen ersten Eindruck von dem tropischen Flair, das euch später in Key West erwartet.
Islamorada – die Welthauptstadt des Sportfischens
Islamorada besteht aus mehreren kleinen Inseln und vermittelt bereits das typische Keys-Gefühl: türkisfarbenes Wasser, Palmen und eine entspannte Atmosphäre.
Sehenswert sind hier:
Robbie's of Islamorada – berühmt für die riesigen Tarpune, die direkt von den Stegen aus gefüttert werden können
Anne's Beach – ein flacher Strand mit Holzstegen und wunderschönem Blick über die Florida Bay
History of Diving Museum – eine spannende Ausstellung über die Geschichte des Tauchens
Zahlreiche Angelcharter, Kajak- und Schnorchelausflüge
Fantastische Sonnenuntergänge über der Florida Bay

Marathon – das Herz der Florida Keys
Marathon gilt als das Herz der Florida Keys und ist vor allem für seine Strände und Naturerlebnisse bekannt.
Highlights:
The Turtle Hospital – Auffangstation für verletzte Meeresschildkröten mit Führungen
Sombrero Beach – einer der schönsten Sandstrände der Keys
Seven Mile Bridge – die ikonische Brücke, die oft in Filmen und Werbespots zu sehen ist
Bahia Honda State Park – südlich von Marathon gelegen, mit einigen der schönsten Strände Floridas
Bootstouren zum Schnorcheln und Tauchen an Korallenriffen
Key West – dort, wo die Straße endet
Dann, endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit ist man da: Key West. Die südlichste Stadt der kontinentalen USA fühlt sich an, als wäre man längst in der Karibik angekommen. Es beginnt bereits auf den letzten Kilometern. Hinter Marathon werden die Inseln kleiner, die Grenzen zwischen Land und Meer verschwimmen. Die Straße zieht sich schnurgerade über das Wasser, als würde sie direkt in den Horizont führen.
Und plötzlich verändert sich alles.
Die Hektik, die man noch aus Miami kennt, scheint hier keine Rolle mehr zu spielen. Niemand hat es eilig. Cruise-Fahrräder rollen durch die Straßen, Golf-Carts fahren an den bunten Holzhäusern vorbei und aus den Restaurants klingt Musik. Die Luft riecht nach Meer, Sonnencreme und gelegentlich nach gegrilltem Fisch.

Die Altstadt wirkt wie eine Mischung aus Karibik, Südstaatenflair und tropischer Inselwelt. Palmen säumen die Straßen, kleine bunte Holzhäuser stehen dicht an dicht. Kleine Souvenirstände und Hühner, die frei durch die Straßen laufen.
An vielen Ecken entdeckt man kleine Cafés, Galerien oder Bars, die teilweise seit Jahrzehnten bestehen. Die bekannteste von allen - Sloppy Joes. Über allem liegt dieser entspannte Insel-Vibe. Die Zeit scheint hier langsamer zu vergehen. Wer über die berühmte Duval Street schlendert, erlebt das Herz der Insel. Restaurants, Bars mit Livemusik und kleine Geschäfte reihen sich aneinander.
Auch die langen Piers sind einen Besuch wert. Viele Restaurants liegen direkt am Wasser. Einige verfügen über Stege, die weit ins Meer hinausragen. Hier genießt man gutes Essen und Livemusik mit Blick auf den Sonnenuntergang.
Tagsüber geht es entspannt zu. Am Abend füllen sich die Terrassen, und aus den Lokalen dringen Gitarrenklänge auf die Straßen. Wer Abkühlung sucht, springt einfach in das kristallklare Wasser einer der kleinen Buchten.
Doch Key West ist weit mehr als nur Party und Sonnenuntergänge. Die Insel lebt von ihrer besonderen Atmosphäre. Man setzt sich auf eine Bank am Hafen, beobachtet Pelikane bei ihren Sturzflügen oder schaut den Booten nach, die langsam Richtung Golf von Mexiko hinausfahren.

Ich habe Key West damals mit dem Fahrrad erkundet – und genau das kann ich jedem Besucher empfehlen. Die Insel ist überschaubar genug, um sie auf zwei Rädern zu entdecken, und gleichzeitig steckt hinter jeder Straßenecke etwas Neues. Mal sind es kleine Buchten und Badeplätze direkt am Meer, an denen man spontan anhält, um die Füße ins Wasser zu halten. Dann wieder ein charmantes Café, ein historisches Gebäude oder eine der vielen Veranden, die von tropischen Pflanzen umgeben sind.
Gute Fahrräder könnt ihr z.B. hier leihen:
Einer der bekanntesten Verleiher auf der Insel. Hier bekommst du klassische Cruiser Bikes mit Körbchen, aber auch Tandems, E-Bikes und Tourenräder. Besonders praktisch: kostenlose Lieferung zur Unterkunft und Abholung auf der Insel.
Beliebter lokaler Anbieter mit sehr guten Bewertungen. Bietet Cruiser-Bikes für die entspannte Inselerkundung sowie kostenlosen Lieferservice in Key West.
Für viele endet der Tag am Mallory Square
Dort versammeln sich Straßenkünstler, Musiker und Besucher, um gemeinsam den Sonnenuntergang zu erleben. Wenn die Sonne langsam im Meer versinkt und der Himmel in Orange, Rosa und Violett leuchtet, wird schnell klar, warum dieser Ort zu den schönsten Sonnenuntergangsplätzen Floridas zählt. Als ich dort war, fand gerade ein Schnellbootrennen statt. Menschen saßen mit Campingstühlen und kaltem Bier am Wasser, unterhielten sich über Gott und die Welt und genossen den Abend. Die Amerikaner verstehen es, das Leben zu genießen.
Gibt es rund um Key West verborgene Schätze?
Ja, definitiv. Kaum ein Ort in Florida ist so eng mit Schatzgeschichten verbunden wie Key West. Vor der Küste verschwanden über Jahrhunderte spanische Galeonen, Handelsschiffe und Segler in Stürmen und an den Korallenriffen. Die berühmteste von ihnen war die Atocha.
Der Schatz der spanischen Galeone Atocha
Im Jahr 1622 geriet die spanische Galeone Nuestra Señora de Atocha in einen Hurrikan und sank westlich von Key West. An Bord befanden sich Gold, Silber, Smaragde, Schmuck und wertvolle Handelsgüter aus der Neuen Welt. Das Schiff galt jahrhundertelang als verschollen.
Der Schatzsucher Mel Fisher machte sich in den 1960er Jahren auf die Suche. Über 16 Jahre lang suchte er nahezu erfolglos nach dem Wrack. Viele hielten ihn für verrückt. Doch am 20. Juli 1985 entdeckte sein Team schließlich den Hauptteil des Schatzes. Die geborgenen Gold- und Silbermengen hatten einen damaligen Wert von mehreren hundert Millionen Dollar. Heute wird der Gesamtwert auf deutlich über 500 Millionen Dollar geschätzt.
Die Geschichte wurde in den USA zu einer Legende, weil Fisher trotz Rückschlägen weitermachte. Sogar sein Sohn und seine Schwiegertochter kamen bei der Suche ums Leben.
Trotzdem gab er nie auf. Sein berühmter Satz lautete: "Today's the day."
Die TOP 7 Highlights von Key West
#1 Hemingway-Home & Museum
Das ehemalige Wohnhaus von Ernest Hemingway gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Besonders bekannt sind die Nachfahren seiner sechszehigen Katzen, die noch heute auf dem Gelände leben.
Eintritt: 19 USD $19

#2 Mallory Square – die Sonnenuntergangs-Show
Jeden Abend treffen sich hier Straßenkünstler, Musiker und Besucher, um gemeinsam den Sonnenuntergang zu feiern. Viele empfinden die Sunset Celebration als eines der schönsten Erlebnisse in ganz Florida.
Eines der spannendsten Museen der Insel. Hier erfährt man, wie Schiffbrüche im 19. Jahrhundert Key West reich gemacht haben. Originale Fundstücke aus Wracks, Geschichten über Schatzsucher und eine Aussichtsplattform mit Blick über die Insel machen den Besuch besonders interessant.
#4 Schnorcheln zu Korallenriffen und Wracks
Florida Reef
Vor Key West liegt das drittgrößte Korallenriff der Welt. Zahlreiche Bootsausflüge führen zu Korallenformationen, tropischen Fischen und historischen Schiffswracks. Besonders beliebt sind Halbtagestouren mit Katamaranen. Die versunkene Vandenberg zum Beispiel wirkt selbst nach Jahren noch wie ein Geisterschiff aus einer anderen Zeit.
Hier findet ihr einige Anbieter von Tauchtouren:
#5 Unterwasser-Statue Christ of the Abyss
Ein besonderes Erlebnis sind Schnorchelausflüge zur berühmten Unterwasserstatue Christ of the Abyss nahe Key Largo. Ihr könnt bei eurer Reise durch die Keys mehrere Schnorchelstopps einlegen und versunkene Kunstwerke und Wracks besuchen.
Hier einige Anbieter, bei denen ihr eine Tour zur Statue buchen könnt:

#6 Fort Zachary Taylor Historic State Park
Hier treffen Geschichte und Natur aufeinander. Das historische Fort stammt aus dem 19. Jahrhundert. Direkt daneben befindet sich einer der schönsten Strände von Key West mit guten Möglichkeiten zum Schnorcheln vom Ufer aus.
#7 Dry Tortugas – das Abenteuer vor der Küste
Etwa 110 Kilometer westlich von Key West liegt einer der spektakulärsten Nationalparks der USA. Besucher erreichen ihn per Fähre oder Wasserflugzeug. Dort warten das gewaltige Fort Jefferson, weiße Sandstrände, kristallklares Wasser und hervorragende Schnorchelreviere.

Fazit:
Key West besitzt eine seltene Mischung aus Leichtigkeit und Abenteuer. Die bunten Holzhäuser erinnern an die Südstaaten, die warmen Farben und Palmen an die Karibik mit diesem Touch Piratennest, wo versunkene Schiffswracks ein wirklich unvergleichliches Erlebnis bieten. Geschichten von Schiffbrüchen und Schatzsuchern von einer Zeit, in der das Meer über das Schicksal der Menschen entschied. Aber nicht nur das, auch die Sonnenuntergänge sind spektakulär. Der Himmel färbt sich in Orange, Pink und Gold, und für einen Moment wirkt alles beinahe surreal.

Wer einmal durch die schattigen Straßen geschlendert, einen Sonnenuntergang am Wasser erlebt oder einfach das entspannte Lebensgefühl der Insel aufgesogen hat, versteht schnell, warum so viele Besucher immer wieder zurückkehren. Auch ich hoffentlich eines Tages.

PS: Ein Pflichtfoto gehört natürlich am berühmten Southernmost Point Buoy dazu. Die große Boje markiert den südlichsten Punkt des amerikanischen Festlands – nur rund 90 Meilen trennen Key West hier von Kuba.



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